Ich bin so alleine

By Quatschkopf.Ninja / a couple of years ago

Die Angst vor dem Alleinsein steckt in uns aus frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte. Heute ist dieser Gedanke aber völlig unbegründet. Lies hier warum.

More...


Logo_Figur_Sprung

Ich bin so alleine.

In frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte kam die Tatsache, ohne ein Rudel dazustehen, einem Todesurteil gleich. Heute ist dieser Gedanke aber völlig unbegründet.

ERSTENS. Du bist in der modernen Welt alleine überlebensfähig. Die Angst vor dem Alleinsein, wie sie ursprünglich entstanden ist (dein Verstand interpretiert sie noch so), ist heute völliger Quatsch. Theoretisch könntest du Jahrzehnte verbringen, ohne deine Wohnung zu verlassen und ohne jemandem zu begegnen. Du kannst von zu Hause aus arbeiten und dir alles, was du benötigst, liefern lassen.

Du bist alleine überlebensfähig.

ZWEITENS. Dein potentielles Rudel ist zahlenmäßig nicht mehr begrenzt. In den Anfangszeiten der Menschheit war diese Begrenzung durchaus aktiv. Die Besiedlungsdichte war weitaus geringer, und das nächste Rudel war womöglich erst in unüberwindbaren Distanzen anzutreffen. Heutzutage hast du zu jeder Zeit an nahezu jedem Ort die Möglichkeit, für dich passende Rudelmitglieder zu finden. Egal, wie ausgefallen deine Hobbys sein mögen oder wie schüchtern du zu sein glaubst, über die digitale Vernetzung hast du die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, du hast sehr, sehr spezielle Interessen und findest nur einen Gleichgesinnten unter 1.000 Menschen. In der Anfangszeit der Menschheit musstest du wohl um die halbe Welt reisen, um in Dutzenden Rudeln diese eine Person unter 1.000 zu finden. Heutzutage kannst du mit Millionen solcher Gleichgesinnter im Internet Kontakt aufnehmen. Wenn du es dir mit einer Million davon verscherzt, sind immer noch Millionen übrig.

Dein potentielles Rudel ist nahezu unbegrenzt.

DRITTENS. Stört dich das Alleinsein denn tatsächlich, oder vergleichst du dich nur mit anderen? Es gibt Singles, die eigentlich völlig zufrieden sind mit der Art, wie sie leben. Sie haben einen Job, der sie erfüllt, Freunde, Familie, erfreuen sich am Leben, und eigentlich fehlt es ihnen an nichts. Sie sind alles andere als einsam, stören sich aber dennoch daran, weil die Norm eben Vater, Mutter, Kind suggeriert. Hast du also tatsächlich keinen, mit dem du dich austauschen kannst, oder vergleichst du dich nur mit dem Idealbild verheirateter Paare?

Studien zeigen, dass verheiratete Paare durchschnittlich 4 Minuten am Tag miteinander reden. Denkst du, da hast du viel versäumt?

Wenn du dich nur aufgrund der Norm schlecht fühlst, richte deinen Blick doch mal auf die Vorteile, die ein Singleleben mit sich bringt. Ungebunden kannst du deinen Hobbys in einer ganz anderen Intensität nachgehen. Du teilst deine Freizeit selbstständig ein, ohne Rücksicht nehmen zu müssen. Als Single hast du in der Regel auch wesentlich mehr Geld dafür übrig. Du kannst ohne schlechtes Gewissen auf Shoppingtour gehen oder um die Welt reisen. Du kannst die Klobrille, je nach Geschlecht, oben oder unten lassen ohne Streitigkeiten. Du kannst die ganze Wohnung im Hello-Kitty-Style dekorieren oder Snacks auf der Modelleisenbahn von einem Raum zum anderen fahren.

Wenn du glücklich alleine bist, lass dir das nicht von der Norm oder von einigen traditionellen Momenten schlechtreden.

VIERTENS. Alleinsein kann ein Segen sein. Genieße Zeit mit dir so, wie du Zeit mit anderen genießt. Du bist der Einzige, mit dem du jeden Moment deines Lebens verbringen wirst. Je besser du mit dir alleine auskommst, desto eher bist du ein Segen für dein Umfeld. Du bist unabhängig und mit dir im Reinen. Dadurch versuchst du nicht ständig, andere zu beeinflussen oder von deinen Standpunkten zu überzeugen. Du kannst dann anderen wahrhaftig zuhören, ohne ständig deine eigenen Urteile darüberzustülpen.

FÜNFTENS. Wie definierst du denn überhaupt alleine? Auf der Welt bist du nie alleine. Auf deinem Kontinent bist du nie alleine. In deinem Land, deiner Stadt, deinem Ort bist du vermutlich auch nie alleine. Bist du alleine, wenn eine Wand zwischen dir und jemand anderem ist? Was, wenn die Tür offen ist? Bist du alleine, wenn du fernsiehst und dich darüber auf WhatsApp mit jemandem austauschst?

In Wahrheit bist du nie alleine. Höchstens räumlich von anderen getrennt.

About the author

Quatschkopf.Ninja

Quatschzersäbelnder, schwarzengürteltragender Ninja.

Click here to add a comment

Leave a comment:

*