Alles wird immer teurer

By Quatschkopf.Ninja / a couple of years ago
es wird alles immer teurer

Glaubst du, alles wird immer teurer und du kannst dir immer weniger leisten? Statistisch betrachtet stimmt das aber so nicht. Lies hier warum.

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Es wird alles immer teurer.

Hast du das Gefühl, dass alles immer teurer wird? Hast du das Gefühl, es wird immer schwieriger, am Ende des Monats noch Geld übrig zu haben? Hast du das Gefühl, die Inflationsrate von rund einem Prozent kann nicht stimmen, da dir die Preissteigerung wesentlich höher erscheint? Deine Einschätzung, dass alles teurer wird, hat mehrere Ursachen.

ERSTENS. Die Differenz zwischen berechneter und gefühlter Inflation. Die berechnete Inflation in den letzten Jahren lag zwischen einem und zwei Prozent. Der Inflationsindex wird anhand eines Korbes unterschiedlichster Waren berechnet. Der Preis des Korbes wird Jahr für Jahr verglichen und daraus die Inflationsrate abgeleitet. Die gefühlte Inflation liegt allerdings wesentlich höher, zwischen drei und fünf Prozent. Das liegt daran, dass der berechnete Korb keine Kaufhäufigkeiten berücksichtigt. Ein steigender Preis für Brot wird vom Käufer viel stärker wahrgenommen als zum Beispiel der Preis für einen Parkettboden, da Brot viel häufiger gekauft wird. Der Korb berücksichtigt allerdings auch Waren, die vergleichsweise selten gekauft werden, wie Bodenbeläge, Fernseher, Pauschalreisen und dergleichen.

Die Inflationsrate kann also nie deinem tatsächlichen Gefühl entsprechen, da dein Konsumverhalten nicht eins zu eins mit dem Standardkorb abgebildet werden kann.

ZWEITENS. Du berücksichtigst die Qualitätssteigerung nicht. Die Funktionalität und Ausstattung von Produkten nimmt stark zu. Für das gleiche Geld bekommst du heute ein wesentlich besser ausgestattetes Auto als noch vor zehn Jahren. Ein Computer ist heute für gleiches Geld wesentlich leistungsstärker als noch vor fünf Jahren.

Diese Qualitätssteigerung wird allerdings vom Verbraucher nicht bewusst wahrgenommen, da er sie für selbstverständlich erachtet.

DRITTENS. Die sogenannte Verlustaversion beeinflusst dich. Du freust dich nicht in gleichem Maße über fallende Preise, wie du dich über steigende ärgerst. Steigende Preise tun quasi doppelt weh, und daher merkst du sie dir auch eher als fallende. Das ist aber schade, da es viele Produkte gibt, die über die Jahre tatsächlich wesentlich billiger geworden sind. Der Preis für Salat beispielsweise ist verglichen mit 1991 rund 60 Prozent gefallen. Fernseher sind um fast 90 Prozent günstiger. 1984 kostete ein Videorekorder bei Hartlauer 19 980 Schilling. Das entspricht 1450 Euro.

Würdest du 1450 Euro für einen Videorekorder bezahlen? Heute bekommst du bei Hartlauer einen Blue-Ray-Player für 74,95 Euro.

VIERTENS. Du vergisst die steigenden Löhne. Objektiv betrachtet ist das Leben in Deutschland nicht teurer als 1991. Die Preise sind zwar um etwa 50 Prozent gestiegen. Die Löhne allerdings sogar um fast 70 Prozent. Eigentlich haben sich die Konsumenten also besser gestellt und können sich mehr leisten. Die Inflationsrate scheint daher eigentlich eine äußerst schlechte Kennzahl zu sein, um die Entwicklung des Lebensstandards über mehrere Jahre hinweg zu vergleichen. Viel aufschlussreicher als die Inflationsrate ist die Kennzahl der Kaufkraft pro Arbeitsminute. Sie besagt, wie lange du arbeiten musst, um dir eine gewisse Ware leisten zu können. Sie setzt die Preise also mit den Löhnen in Relation.

Beispielsweise musstest du 1991 für einen Fernseher 79 Stunden arbeiten. 2007 nur noch 23 Stunden. Das ist weniger als ein Drittel.

Genau betrachtet kannst du dir mehr leisten als 1991. Du bekommst zwar weniger für dein Geld. Du hast dafür aber auch wesentlich mehr davon.

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Quatschkopf.Ninja

Quatschzersäbelnder, schwarzengürteltragender Ninja.

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